Dienstag 28.7.2026 – 60 Kilometer – Gesamt 186 Kilometer
Einpacken und kein Kaffee
Die erste Übernachtung dieser Reise auf einem Campingplatz war nicht erholsam. Mein direkter Zeltnachbar telefonierte sehr spät, sehr lange mit seiner Freundin – über den Smartfonlautsprecher und keinesfalls leise. An die Luftmatratze muss ich mich noch gewöhnen, bei jeder Bewegung gibt das Teil Geräusche von sich. Ich bin ziemlich müde und steif. Es dauert gefühlt ewig, bis der ganze im Zelt verteilte Kram wieder in den Taschen verstaut und das Zelt eingepackt ist. Wasser für Kaffee auf dem Spriuskocher aufzusetzen habe ich keine Lust, eine Küche hat der Platz nicht. Schwer vorzustellen, aber es geht auch ohne Kaffee.
Immer geradeaus
Wohin ich heute fahren möchte ist unklar. Das ist ungewöhnlich. Erstmal am Nord-Ostsee-Kanal entlang bis Rendsburg, dann mal schauen. Die Strecke ist zwar monoton, aber die großen Pötte und kleinen Pötte soregn für Abwechslung. Außerdem habe ich einen kräftigen Wind im Rücken und komme sehr gut voran. Irgendwann mache ich an einer gut gelegenen Sitzbank Pause, fotografiere ein bisschen und recherchiere nach Übernachtungsmöglichkeiten. Zufällig entdecke ich in meiner Navigatonsapp (OSMand für Android) einen „Wildniszeltplatz“ mit Dusche & Toilette. Der Platz gehört zu einem „Kolonistenhof“ in Duvenstedt, nicht weit entfernt von Rendsburg. Die Beschreibung ist verlockend, also steht das Ziel für heute fest: Duvenstedt.





Weiter geht es geradeaus, automatisch komme ich in Rendsburg an, ohne auch nur einmal auf die Karte schauen zu müssen. Am Hafen gibt es eine große Eisdiele, die bis zum letzten Platz besetzt ist. Nix für mich, ich brauche einen Kaffee ohne lange Wartezeit. In der Innenstadt finde ich einen Bäcker, der hat nicht nur guten Kaffee, sondern Croissants und Laugenstangen und freie Plätze an der Sonne. Salzig & süß – eine tolle Kombination.


Durch den Wald
Mein Routenplaner möchte mich auf einem großen Umweg über Asphalt zum Kolonistenhof lotsen. Das ist mir zu umständlich. Ich nehme eine Abkürzung durch den Wald und prompt bleibt mir nichts anderes übrig, als zu schieben. Zu Steil und zu lose ist die Wegdecke. Nach ein paar Kilometern finde ich Hof & Zeltplatz, nur ist kein Mensch weit und breit zu sehen. Das Personal hat Ferien, der Hof ist geschlossen steht auf einem Hinweisblatt. Ich bin schon dabei weiter zu fahren, als ich eine Person treffe, die auf dem Hof wohnt. Egal ob Ferien oder nicht, den Zeltplatz und die sanitären Einrichtungen können genutzt werden. Das ist ganz toll. Ich bin nämlich erschöpft und verspüre keine Lust mehr, in die Pedale zu treten.


Hinter der Backstube
Der Zeltplatz liegt hinter einer Backstube. Ein paar Obstbäume stehen auf der Wiese. im Moment bin ich alleine da und kann mir aussuchen, wo ich das Zelt aufstelle. Etwas später finden mehr Reiseradler auf den Platz. Insgesamt 4 Zelte sind am Abend aufgebaut. Abgesehen von den Geräuschen einer Autobahn in der Nähe, ist es vermeintlich ruhig.

(Geschrieben am 7.8.2026 in Viborg)