Freitag 31.7.2026 – 55 Kilometer – Gesamt 311 Kilometer
Aufbruch
So gemütlich wie gestern beginnt der Tag heute nicht. Mein ganzer Kram muss wieder zurück in die Packtaschen. Routine habe ich (noch) nicht, immer verteile ich die Sachen in andere Taschen.
Beim Frühstück landen extra viele Pfannkuchen auf dem Teller, irgendwoher muss die Energie für heute kommen.
Richtung Dänemark
Der Weg nach Dänemark führt durch die Innenstadt, vorbei am Hafen und einer Niederlassung von Rheinmetall (wo sich grüne Holzkisten bis über den Sicherheitszaun stapeln). Weiter geht es am Rand der Ostsee durch ein Waldstück. Unvermittelt kommt die erste krasse Steigung. Fahren geht nicht, keine Traktion, das Hinterrad rutscht weg. Raus aus dem Sattel und schieben. Wie sehr ich das mag 🙂 Zur gleichen Zeit fängt es an zu regnen. Ganz toll. Ich bin sowieso klatschnass geschwitzt und Wasser von oben brauche ich jetzt eigentlich nicht. Hilft nix. Abwarten, bis es aufgehört hat. Zumindest stehe ich unter Bäumen.
Als ich aus den Bäumen heraus fahre, sehen die Nummernschilder an den Fahrzeugen so anders aus. Wo war eigentlich die Grenze ?





Kanelsnegl
22 km habe ich zurückgelegt, da sehe ich in Alnor eine Filiale vom Discounter Rema1000. Die Kette kenne ich bestens von der Norwegentour 2024. bei den Backwaren finde ich auf Anhieb die Zimtschnecken. Hier werde sie Kanelsnegl genannt. Lecker, lecker, lecker 🙂 Meine vom Regen und kühlen Temperaturen eingetrübte Laune ändert sich sofort. Alles egal. Hauptsache Kanelsnegl.
Weiter geht es nach Sonderburg. 40 Kilometer gefahren. Höchste Zeit für eine längere Pause an der Ostsee.



Auf nach Æro
Auf einem Radweg neben der doppelspurig ausgebauten Landstrasse fahre ich mit Tempo nach Fynshaven. Die Fähre nach Æro um halb fünf möchte ich nicht verpassen.
Eine halbe Stunde bevor die Fähre ablegt, rolle ich im Fährhafen von Fynshavn ein. Weniger Tempo hätte gereicht
Eine halbe Stunde dauert die Überfahrt und ist kurzweilig. Auf der Fähre unterhalte ich mich mit einer Radfahrerin aus der Schweiz. Es ist interessant zu hören, was die Leute motiviert, so lange Reisen mit den Rad zu unternehmen.
Auf Æro angekommen verabschieden wir uns. Sie fährt weiter zu einem Campingplatz im Süden, meiner ist nur einen Kilometer entfernt, am Rand von Søby .

Letzter Platz
Ein letzter Zeltplatz ist frei. Glück gehabt. Das erste Mal auf der Tour koche ich eine warme Mahlzeit. Couscous, das geht schnell und macht satt. Mir fallen die Augen zu, aber zum Strand muss ich und den Sonnenuntergang ansehen. Dunkle Wolken stapeln sich am Himmel. In der Nacht regnet es, ich schlafe nicht besonders gut.





(Geschrieben am 12.8.2026 in Aalborg)